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Unter Teefreunden

Wenn man ein Tee-Nerd ist, dann kann einem nichts Besseres passieren, als den Gegenstand seines fanatischen Interesses zum Beruf zu machen. Diesen Monat habe ich diesen Schritt geschafft, auf den ich lange hingearbeitet habe. Als Japanologe ist man ja schon glücklich, überhaupt den Berufseinstieg nach dem Studium zu schaffen. Dass es bei mir auch noch bei einem japanischen Tee-Unternehmen geklappt hat, macht mich umso glücklicher, denn es ist heutzutage ein Privileg, einen Beruf auszuüben, an dessen Inhalt man seinen Verstand verloren hat.

Knapp zwei Wochen sind nun rum, besonders spannend sind natürlich die Blicke hinter die Kulissen des Teehandels, die einem sonst verborgen bleiben. Diese werde ich in diesem Blog oder privat allerdings nicht offen legen, denn meine Schweigepflicht nehme ich sehr ernst.
Zurück zu den Privilegien. Letzte Woche durfte ich ein Matcha-Seminar begleiten, welches bei TeeGschwendner stattfand. Einerseits war dies eine gute Gelegenheit, einen geschätzten Kunden kennenzulernen, andererseits war die Schulung, die eigentlich den Franchise-Partnern vorbehalten war, eine gute Gelegenheit, um selbst die ein oder andere Information zu diesem einzigartigen Produkt zu erfahren. Aber dazu vielleicht ein anderes Mal mehr.
TeeGschwendner kenne ich sonst nur aus Kundensicht. Damit meine ich, dass ich als aufmerksamer Leser ihre Prospekte kenne und die führenden Personen zumindest schon mal „gelesen“ bzw. in 2D „gesehen“ habe. Umso neugieriger war ich auf das „Herz“ des Unternehmens, dem Ort, an dem TeeGschwendner strategisch geplant wird, dem Ort, an dem die Tees verkostet und ausgewählt werden, wo alles zusammenläuft.
Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass die Menschen, egal in welchen Positionen sie arbeiten, sehr nett zu uns Besuchern waren. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn häufig steht man als Besucher im Weg und hält die Leute von ihrer Arbeit ab. Da wir auch Gespräche mit den Partnern und Angestellten führen konnten, habe ich schnell gemerkt, dass man als Tee-Nerd hier gut aufgehoben ist und Tee nicht nur verkauft, sondern von jedem auf seine eigene Weise gelebt wird.
Besonders wichtig war mir allerdings, dass ich unseren Teefreund Gero treffen konnte. Er hat sich die Zeit genommen, uns das Unternehmen im Schnelldurchlauf zu zeigen, wofür ich sehr dankbar bin. Es war ein kleiner Ersatz dafür, dass ich nicht Teil der kleinen Delegation des Teetalk-Forums sein konnte, die nach Meckenheim pilgerte, um dort das Unternehmen zu besichtigen und anschließend zusammen eine Menge Tee bei Gero zu trinken. Zu letzterem kam es bei uns nicht, schließlich war ich „beruflich“ dort. Aber ich denke uns beiden ist klar, dass es nur eine Frage der Zeit ist, dies nachzuholen. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal für die letzte Packung des Nepal Special Sunderpani bedanken, die Gero netterweise gefunden und für mich aufgehoben hat. Meine guten Manieren habe ich in Hamburg gelassen. Ein gut erzogener Teefreund hätte bei dieser Gelegenheit auch etwas zum Überreichen dabei gehabt. Grund genug schnell wiederzukommen 🙂