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Es ist Zeit, danke zu sagen: Darjeeling Phuguri Golden Tips

Wenn man sich mit Teefreunden austauscht, bekommt man hier und da auch mal einen Tee geschenkt. Manchmal sind es Proben, nicht selten sogar ganze Packungen. Ich gehöre zu den Personen, die sich für besondere Tees einen besonderen Moment herbeisehnen, um diese Tees auch wirklich würdigen zu können. Und so bleiben sie Tage, Wochen, Monate, sogar Jahre in einer Teekiste liegen.

Ich habe mich entschlossen eine Tradition zu beginnen. Es passt zur Weihnachtszeit (ja, ich bin ein Weihnachtsfan), diese besonderen Adventstage mit ebenso besonderen Tees zu würdigen. Es ist eine gute Gelegenheit, den Menschen danke zu sagen.
Heute möchte ich mich bei meinem Teefreund Gero bedanken. Ich weiß nicht mehr genau, zu welcher Gelegenheit es war, aber es muss vor ca. einem Jahr gewesen sein, als ich in der TeeGschwendner-Zentrale war und er mich freundlicherweise empfing. Oder es war an meinem Geburtstag, an dem ich zufälligerweise wieder bei TeeGschwendner war und wir an diesem Tag zusammen ein paar Tässchen Tee bei ihm zuhause getrunken haben. Ich wollte ihn mit meinem Geburtstag nicht in Verlegenheit bringen und habe ihm nichts erzählt. Im Nachhinein hat er es natürlich trotzdem erfahren, weil er im Internet-Forum, in dem wir beide angemeldet sind, meinen Geburtstag gesehen hat. Dann wäre es ein unbewusstes Geburtstagsgeschenk gewesen.
Nun denn, dieser Tee ist in mehrfacher Hinsicht etwas ganz Besonderes. Es ist ein Schwarztee aus Darjeeling und das ist auch schon das einzige, was er mit Darjeeling gemeinsam hat. Der Darjeeling Phuguri Golden Tips passt in keine der typischen Darjeeling-Kategorien. Und das sieht, riecht und schmeckt man auch (dazu gleich mehr). Zudem war dieser Darjeeling niemals bei TeeGschwendner Deutschland im Verkauf. Die eingekaufte Menge reichte gerade mal dazu, die Mitarbeiter zu Weihnachten mit dieser Kostbarkeit zu beschenken. Gero schaffte es, „auf dem Schwarzmarkt“ zumindest eine weitere Tüte zu besorgen und die bekam dann ich.
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Darjeeling Phuguri Golden Tips
Aussehen
Von Darjeeling gibt es häufig eine sehr grün ausfallende Variante des First Flush und eine deutlich dunklere des Second Flush. Die Blattstruktur ist selten intakt und die Tips sind silbrig grün. Dieser Phuguri hat goldene Tips, dadurch ist er näher an einem Assam oder chinesischen Klassikern wie dem Golden Monkey. Gero hat noch einen guten anderen Vergleich gezogen, denn dieser Tee hat erstaunliche Ähnlichkeit zu einem Gelben Tee, den ich hier mal beschrieben habe und der erst seit kurzem zu haben ist. Die Blätter dieses Darjeeling sind erstaunlich filigran gerollt und leicht gebogen.
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Aufwärmen der Mumyoi-Kanne
Aroma
Beim Riechen der Blätter muss ich zunächst daran denken, wie witzig es wäre, Tea-Taster mit solchen Exoten in die Irre zu führen. Der Phuguri riecht nach allem, aber nicht nach Darjeeling. Ein bisschen Schokolade, grenzenlose Tiefe, dunkle Brotkruste und Malz. Das riecht vielversprechend.
Viel amüsanter ist der Duft in der aufgewärmten Kanne. Ich muss schmunzeln, denn ich weiß schon jetzt, dass ein J.D. aus H. zu den folgenden Zeilen eine Bemerkung machen wird. Frau P. denkt zunächst an Tabak, ich denke an Heu, dann an eine Scheune. Es kommen Erinnerungen an meine Kindheit hoch, Besuche bei meiner Familie auf dem Land, ich bin in einem Schweinestall und versuche, die süßen Nasen der Schweine zu berühren. Schweine sind einfach die tollsten Tiere der Welt!
*Räusper* zurück zum Thema. Der oben beschriebene Geruch verfliegt nach dem ersten Aufguss sofort. Der Duft erinnert jetzt an einen nebligen Herbsttag im Wald, es riecht sehr süß, sind das Bucheckern? Eine weitere Komponente fällt mir auf, die ich schon häufig gerochen und mit Waldhonig assoziiert habe. Gero hatte aber mal etwas von einem Rosenduft gesagt, den er auch bei diesem Tee festgestellt hat. Das könnte passen!
Zubereitung
Ich verwende wieder die Methode für hochwertigen Schwarztee. Auf ca. 150ml kochendes Wasser kommen 3g Teeblätter. Die Ziehzeiten betragen in Sekunden: 30/10/20/40
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Geschmack
Schon der erste Aufguss schmeckt sehr intensiv. Das ist Kakao, ohne Zweifel. Der Geschmack verteilt sich schon im Mund, eine Spur Malz und Brotkruste ist auch dabei. Viel präsenter ist jedoch angedunkelte Kuchenkruste. Sehr schmackhaft!
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Der erste Aufguss hat eine schöne bernsteinfarbene Tasse
Der darauffolgende Aufguss überrascht uns beide mit einer fast schon extremen Süße. Wozu einen Likör trinken, wenn es diesen Tee gibt? Ein bisschen Malz und Kakao schwingt noch mit, die Süße dominiert jedoch bei Weitem!
Nun geht die Süße zurück, der Phuguri ist jetzt süffiger, anstelle von Kakao tritt nun Karamell. Ich muss mich eben vergewissern, dass es auch wirklich der Darjeeling ist, den ich da gerade trinke.
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Die folgenden Tassen wurden immer heller
Einen Aufguss machen wir noch und sind froh, diesen nicht verpasst zu haben. So muss flüssiger Kuchen schmecken! Es erfüllt mich wirklich mit Dankbarkeit, so einen Tee probiert haben zu dürfen.
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An den nassen Blättern sieht man, dass überwiegend junge Knospen verwendet wurden
Fazit
Was soll ich noch dem bereits Geschriebenen hinzufügen? Kaufen kann man den Tee ja leider nicht. Vielen herzlichen Dank, lieber Gero, für diesen Tee. Vielleicht magst Du ein gutes Wort bei Deinen Kollegen für diesen Tee einlegen und sie überreden, neuen zu besorgen. Scheinbar gibt es jedoch Restmengen von diesem Tee bei der Wiener Außenstelle Schönbichler. Schöne Grüße an dieser Stelle!
Übrigens ist es nicht so, dass dieser Darjeeling die oben beschriebenen Eigenschaften für sich allein beansprucht. Dieser Gelbe Tee hat durchaus interessante Parallelen, aber auch der Yunnan Golden Buds geht in diese Richtung.
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