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Matcha Green Tea Cream Frappuccino

Ich dachte zuerst, ich gucke nicht richtig, als ich im Vorbeigehen im Augenwinkel etwas Grünes bei Starbucks sah. Haben sie endlich den Matcha Tea Latte ins Sortiment genommen, den ich in Japan sogar gerne getrunken habe? Nein. Aber der kalte Matcha Frappuccino hörte sich dennoch vielversprechend an. Noch dazu gab es ein zeitlich befristetes Probierangebot zwischen 18 und 20 Uhr, so dass man in dieser Zeit nur die Hälfte für das sonst etwas über 4 Euro teure Getränk zahlen musste. Matcha als neuer Geschmackstrend ist immer mehr im Kommen, sagt man sich in der Teebranche. In Japan fester Bestandteil der Alltagskultur z.B. in Form von  Baumkuchen, Kitkat, Eiscreme und Joghurt, scheint dieser Trend auch im Westen allmählich Fuß zu fassen. Nun hat also Starbucks den Schritt gewagt und obwohl ich mich für Milchgetränke nur wenig begeistern kann, habe ich mit Frau S. den Matcha Frappuccino probiert.

Foto

Beworben wird das Getränk mittels Aufsteller und man kann das dort verwendete Foto auf der derzeitigen Starbucks-Seite einsehen. Man sieht ein sattes Grün, welches einen ebenfalls satten Matcha-Geschmack suggeriert. Ich schreibe das deswegen, weil bereits nach dem Abfüllen des Frappuccino die erste Ernüchterung eintrat – die Farbe des Getränks war sehr viel blasser, man kann es auch deutlicher sagen: es war zu wenig Matcha drin. Wenn ich das Getränk mit verbundenen Augen gekostet hätte, wäre ich auf Matcha nie gekommen. Der Geschmack war zwar da, aber so subtil, dass ich mich fragte, ob nicht der Wunsch Vater des Geschmackeindrucks war. Er war nämlich überlagert von einer dominanten Süße, die vor allem an Softeis erinnerte. Der Matcha selbst war nur noch mit Fantasie zu erkennen, schade!

Nun gibt es mehrere Möglichkeiten, das Erlebte zu interpretieren. Vielleicht wird während des Aktionszeitraums, in dem man nur die Hälfte des Preises zahlt, auch nur die Hälfte der sonst verwendeten Matcha-Menge verwendet. Schließlich ist Matcha nicht gerade günstig. Oder der Starbucks-Laden bildet eine Ausnahme und man war bei der Zubereitung einfach etwas nachlässig. Möglicherweise möchte man die skeptischen Deutschen einfach nur behutsam an den neuen Geschmack heranbringen. Was auch immer der Grund sein mag, eingefleischte Matcha- und Grüntee-Trinker werden bei dieser Dosierung nicht auf ihre Kosten kommen. Oder hat jemand andere Erfahrungen gemacht?

Starbucks Earl Grey

Ich gebe zu, dass ich ab und an einen Kaffee bei Starbucks trinke. Ob das nun guter Kaffee ist oder nicht, ist streitbar, soll aber nicht das Thema hier sein. Starbucks hat schon seit geraumer Zeit einige Teesorten im Angebot und meinen ersten Starbucks-Tee habe ich in einer japanischen Filiale getrunken, nachdem ich eine sehr lange und anstrengende Nacht hinter mir hatte und mein Hotel in Kobe nicht wiederfand, weil es davon drei gab und der Taxifahrer mich in ein entlegeneres Hotel gebracht hatte. Die Suche nach dem richtigem Hotel dauerte bis Anbruch des nächsten Tages, der Schlaf war wegen des Checkouts kurz und zum Frühstück wollte ich partout keinen Kaffee trinken (es gab ein bisschen Alkohol am Vortag), daher der Tee bei Starbucks, der gar nicht übel war.
Heute, also fünf Jahre später, habe ich mich auch ohne Strapazen an einen Starbucks-Tee gewagt, an einen Earl Grey. Dieser unterscheidet sich allerdings von herkömmlichen Sorten durch die Zugabe von Lavendel, was man während der Ziehzeit mit etwas Fantasie auch riechen kann.
Starbucks bietet zwar drei verschiedene Größen Tee an, hat dafür aber nur eine Größe Teebeutel. Ich habe mich für die kleinste Größe entschieden, weil ich es kräftiger mag. Verglichen mit dem Whittard of Chelsea ist das Bergamotte-Aroma zurückhaltender und weniger Citrus-artig. Dafür ist etwas Anderes im Geruch, vielmehr aber im Geschmack: Ein Hauch von frischem Koriander. Dadurch bekommt der Tee eine würzige Note, die mich eher an Chai und Konsorten denken lässt. Es schmeckt nicht schlecht, aber als langjähriger Earl Grey-Trinker finde ich den Geschmack eher unerwartet seltsam.
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Woraus der Blend besteht, konnte ich in so kurzer Zeit nicht in Erfahrung bringen, da ich den in Bremen während der Umsteigezeit gekauft habe und gleich weiter musste.
Da Starbucks wohl gerade erst in Tee investiert hat, können wir uns wohl auf weitere, hoffentlich hochwertige, Sorten freuen. Als einzige Alternative wäre heute ein „English Breakfast“ infrage gekommen, darauf hatte ich aber keine Lust. Von den anderen aromatisierten Tees ganz zu schweigen. Ein Blick auf die amerikanische Starbucks-Seite lässt mich allerdings befürchten, dass auf Trend-Tees gesetzt werden wird, zumindest arbeiten sie dort mit Tazo zusammen. Ihre Tee-Kreationen tragen „trendige“ Namen wie „Zen Brewed Tea“ oder „Earl Grey Tea Latte“. Passionierte Teetrinker, die auf hochqualitative Sortenreinheit setzen, werden kaum auf ihre Kosten kommen.
Das nächste Mal wird es wohl wieder ein Kaffee, aber die Erfahrung war nicht so schlecht, dass ich Starbucks-Tee in Zukunft kategorisch ausschließen würde. Eher im Gegenteil – wäre das Korianderaroma nicht gewesen, dann würde ich den vielleicht häufiger „to go“ kaufen. Es bleibt also spannend abzuwarten, was in nächster Zeit ins Sortiment kommt. Vielleicht fährt Starbucks in Deutschland eine andere Strategie. Aber zumindest die „Ice Teas“ würde ich probieren. Das amerikanische Sortiment findet ihr hier.