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Anhui Huangshan Maofeng Yun Wu

Anhui Huangshan Maofeng Yun Wu

Im letzten Blog habe ich ja berichtet, dass ich einen Ausflug ins Freie gemacht habe, um Tee zu trinken. Was ich verschwiegen habe, ist allerdings, dass ich noch einen weiteren Tee an diesem Tag zubereitet habe: Anhui Huangshan Maofeng Yun Wu Premium. Es ist ein Teil meines Geburtstagsgeschenks, denn Frau S. hat mir ein umfangreiches Paket mit exklusiven Teeproben geschenkt. Da ich aber seit Januar von (und für) Prüfung zu Prüfung lebe, mache ich mir selten die Mühe, Teeproben zu probieren. Der Grund dafür ist, dass man mit einer überschaubaren Menge vorsichtig umgehen muss. Wenn man den Tee falsch zubereitet, bleiben einem ja nur noch ein bis zwei Versuche, es besser zu machen. Und ob man den Tee dann noch (fair) beurteilen kann? Eine kleine Menge ist also auch immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Bei diesem Tee ging es aber gut. Meine Shiboridashi hat ein Volumen von nur 100ml, daher brauche ich keine Unmengen.
Größere Kartenansicht Der Name des Tees verrät sogleich seine Herkunft. Es sind die Gelben Berge (Huangshan 黄山) der Provinz Anhui – eine der bekanntesten Natursehenswürdigkeiten Chinas. Ihr Anblick soll so unglaublich sein, dass man sagt, man müsse nach den Gelben Bergen keine weiteren mehr gesehen haben. Die Bezeichnung Yun Wu (Wolken und Nebel 云雾) spielt wohl auf die in der Höhe übliche Wolkenbildung an und lässt vermuten, dass die Teefelder nicht selten vom Nebel eingehüllt sind.

HuangShan
Copyright: Arne Hückelheim

Wer mit dem Gedanken spielt, eine Reise dorthin zu unternehmen, sollte dafür beten, dass die Berge sich nicht hinter einem Nebelschleier verstecken. Das ist leider keine Seltenheit.

Legende
In China scheint jede prominente Teesorte eine oder mehrere Legenden hervorgebracht zu haben. So auch der Huangshan Maofeng, der seit Mitte der Ming-Dynastie (1368-1644) produziert wird. Ein junger Gelehrter soll sich in eine junge Frau verliebt haben und sie wurden ein Paar. Ein Großgrundbesitzer aus der Gegend hat die Frau beim Teepflücken gesehen und wollte sie für sich selbst haben. Weil er sehr wohlhabend und einflussreich war, konnte er die Eltern der jungen Frau dazu zwingen, dass sie ihre Tochter an ihn verheirateten. Aber einen Tag vor der Hochzeit, schlich sich die angehende Braut aus dem Haus und floh zu ihrem Geliebten. Bei seiner Behausung angekommen, musste sie feststellen, dass der Großgrundbesitzer den jungen Gelehrten ermorden ließ. So ging sie zu seinem Grab und weinte vor Trauer. Sie weinte so lange, bis sie schließlich selbst zum Regen wurde. Der Leichnam des jungen Gelehrten wurde hingegen zu einem Teebaum.

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Aussehen
Die Blätter sind länglich und sehen ein bisschen aus wie die berühmten Silbernadeln oder auch Yin Zhen, nur etwas schmaler und nicht ganz so dick. Diese Form wird von Chinesen auch Spatzenzunge genannt und mit etwas Fantasie verstehe ich diese Allegorie. Feine Silberhärchen umgeben die Blätter, es ist wenig Blattbruch in der Tüte, das soll auch so bleiben und veranlasst mich zu vorsichtiger Handhabung. Nach Angaben des Teespeichers wurden im April letzten Jahres nur die Knospe und das erste Blatt gepflückt. Auf den ersten Blick scheint es zu stimmen und es ist ein typisches Merkmal des Huangshan Maofeng.

Duft
Der Duft des Blattes erinnert mich sofort etwas an Yin Zhen. Diese Verbindung fällt mir aber erst im Nachhinein ein. Mit Frau S. rätselte ich über die Begrifflichkeiten und wir konnten uns auf süßen Heuboden einigen. Wer durfte schon mal auf einem Heuboden eines Bauernhofs schlafen? Wer damit angenehme Erinnerungen verbindet, sollte versuchen daran zu denken. Frau S. meint im positiven Sinne noch etwas vom Kuhstall zu riechen, aber diesen Eindruck kann ich nicht teilen. Während Frau S. noch an Tigerbalm denkt, stelle ich fest, dass Salbei in die Nase steigt! Salbei! Mmmmh!

Zubereitung
Den Tee habe ich ganz intuitiv zubereitet, habe weder besonders auf Wassertemperatur noch auf die exakte Blattmenge geachtet.

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Geschmack
Der erste Aufguss hat noch wenig Körper, weil er etwas zu kurz gezogen hat. Er schmeckt trotzdem dezent süß und der Salbei-Duft findet sich auch im Geschmack wieder. Der Heuboden steigt während des Trinkens in die Nase. Nicht schlecht für den Anfang, aber da muss noch mehr kommen. Übrigens: wem Assoziationen wie Kuhstall und Heuboden merkwürdig erscheinen, sollte sich mal Geros Blog durchlesen. Er ist zwar auf Englisch, enthält aber eine Stelle, die man gelesen haben muss!

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Im zweiten Aufguss sind viel mehr Säuren enthalten und der Körper hat auch zugenommen. Der Tee ist jetzt viel fruchtiger bei gleichbleibender Süße und ergibt eine angenehme Mischung aus Bergpfirsichen und Salbei. Die Bergpfirsiche stechen beim dritten Aufguss besonders hervor, da sämtliche andere Eigenschaften zurückgetreten sind.

Blatt
Die aufgebrühten Blätter bestätigen die vom Teespeicher beschriebene Pflückung. Man kann die Knospe und das dazugehörige Blatt sehr gut erkennen. Mit solchen Blättern kann ein Tee auch optisch vergnügen!

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Fazit
Ein junger und eher leichter Tee, bei dem man nicht viel falsch machen kann. Er lässt sich sehr einfach zubereiten und verzeiht auch eine nicht ganz so pingelige Zubereitungsweise. Mir hat der Salbeigeschmack besonders gut gefallen. Gleichzeitig war ich überrascht, dass solche Aromen bei einem Tee möglich sind.