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Auf der Suche nach dem eigenen Nepal-Charakter: Jun Chiyabari

Nepal kann nicht nur gute Darjeeling-Alternativen produzieren (siehe letzter Blog), einige Produzenten wie der Garten Jun Chiyabari bringen so viel Leidenschaft und Experimentierfreudigkeit mit, dass sie Tees kreieren möchten, die sich nicht nur von Darjeeling unterscheiden, sondern einen eigenen Nepal-Charakter aufweisen.

Leider muss ich mich heute im Voraus für die schlechte Bildqualität entschuldigen. iPhoto hat es tatsächlich geschafft, beim Importieren alle heute gemachten Fotos zu löschen und sie nicht in die Datenbank zu speichern. Somit musste ich auf die Handy-Fotos zurückgreifen, die qualitativ deutlich abweichen.

Leidenschaft schlägt Tradition
Henning Schmidt vom Hamburger Teespeicher war zuletzt in Nepal und Darjeeling. Daher habe ich ihn am Freitag besucht, um ein bisschen über Nepal zu plaudern. Dabei kamen wir auf einen von Nepals Vorzeigegärten zu sprechen: Jun Chiyabari. Dieser recht junge Garten wurde von zwei Brüdern im Jahre 2001 gegründet und hat eine vergleichsweise kurze Geschichte. Die beiden Brüder Lochan und Bachan sind zwei Unternehmer, die in Darjeeling im Internat aufwuchsen und in so ziemlich allen Geschäftsfeldern aktiv waren – bis auf Tee. Im Jahre 2000 schwelgten sie in nostalgischen Erinnerungen (das Internat war umgeben von Teefeldern) und beschlossen, dem Teeanbau, den sie in Darjeeling ganz nebenbei als Tee-Enthusiasten kennengelernt haben, in Nepal eine Chance zu geben. Ganz schön mutig, so ganz ohne Erfahrung im Teeanbau.

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Lage und Größe
Der biozertifizierte Teegarten liegt 200km von Kathmandu entfernt im Dhankuta-Distrikt. Darjeeling ist mit 65km viel näher. Die Pflanzen werden in einer Höhe von 1600-2000m angebaut, es handelt sich also um einen richtigen Hochland-Tee. Die Jahresproduktion beträgt schätzungsweise 25t bei ca. 25-30ha, von den umliegenden Teebauern werden allerdings weitere Teeblätter nach eigenen Vorgaben hinzugekauft, der Anteil beträgt sogar 40%.

Der Weg ist das Ziel
Die beiden Brüder setzen auf erfahrene Tea-Maker, die zuvor jahrelang in Darjeelings Gärten Erfahrungen gesammelt haben und sich in Japan und Taiwan weiterbilden. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in den verwendeten Cultivaren wider, man scheint in Zukunft auf sich voneinander stark unterscheidende Spitzentees setzen zu wollen, was ihnen schon jetzt gelingt. So werden beispielsweise neben japanischen Yabukita- und Zairai-Cultivaren auch taiwanesische (z.B. Si Ji Chun) und ältere nepalesische eingesetzt. Laut Henning Schmidt experimentiere man sogar mit Schattentees und möchte in Zukunft Matcha herstellen.

Die beiden Brüder sind mittlerweile 15 Jahre im Teegeschäft. In dieser kurzen Zeit haben sie gezeigt, was möglich ist, wenn man mit Ehrgeiz und Leidenschaft arbeitet. Ihre Tees sind überall zu finden, wo Qualität eine Rolle spielt und sie werden nicht müde, immer wieder Neues auszuprobieren. Dem Garten und seinen Mitarbeitern geht es übrigens den Umständen entsprechend gut.

Jun Chiyabari Imperial Black 19,95 EUR / 100g
Der Name leitet sich von einer etwas zweifelhaften Geschichte ab, wonach der chinesische Kaiser dem Königreich Nepal Teepflanzen nach einem verlorenen Krieg geschenkt habe. Von jenen Pflanzen soll dieser Tee stammen.

Zubereitung
Zubereitet wird dieser Tee nach der Methode für hochwertige Schwarztees.

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Blatt
Die Blätter sind sehr voluminös und tiefdunkel. Goldene Tips setzen einen schönen Akzentpunkt und sorgen für einen ansprechenden Kontrast. Natürlich muss man als Teetrinker gleich an Schwarztees aus Yunnan denken, die in zahlreichen Formen daherkommen. Die Macher haben bei dieser Kreation aber ausdrücklich nicht daran gedacht, einen Yunnan-Tee zu imitieren.

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Aroma
Die dunklen Blätter riechen im ersten Augenblick nach Waldmeister, ein Geruch, den ich aus meiner Kindheit kenne. Da gab es diesen einen Augenblick, als mein Onkel mich in eine polnische Eisdiele führte, in der noch das Eis frisch vor Ort zubereitet wurde. Nie wieder habe ich diesen intensiven Duft beim Betreten einer Eisdiele vernommen wie damals. Und immer wenn ich an Waldmeister-Eis rieche, überkommt mich diese Erinnerung.

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Was kommt da noch? Dunkle Brot- und Kuchenkruste, dazu ein leicht nussiger Duft und vielleicht auch ein bisschen Honig? Nach dem ersten Aufguss gewinnen Kakao und Fliederbeeren klar die Oberhand. Die Vorfreude nimmt zu.

Geschmack
Der erste Aufguss hat viele verschiedene Facetten zu bieten. Da wäre zunächst Kakao und Malz. Man könnte auch an Assam denken, aber es fehlt die Würze. Eine leichte Süße breitet sich im Mund aus und die Kuchenkruste macht sich bemerkbar.

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Beim zweiten Aufguss sind die Aromen etwas dezenter. Kakao ist jetzt nicht mehr so dominant, ich denke da eher an Kakaocreme, also eine abgeschwächte Form, die auch irgendwie zum Mundgefühl passt. Jetzt zeigt sich auch die Nussigkeit, ehe im Abgang der Imperial Black nochmals mit einer schönen Portion Feuchtigkeit erfrischt.

Einer geht noch. Der Schwarztee ist jetzt süffig, die Fliederbeeren sind jetzt das erste Mal richtig deutlich zu schmecken. Vielleicht wurden sie vorher auch nur von anderen Aromen überlagert? Der erfrischende Nachgeschmack erinnert mich wieder an Zitronentee – ein schöner Ausklang.

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Fazit
Das Rad neu erfinden tut Jun Chiyabari mit Sicherheit nicht. Und dennoch ist es ein Tee, der für hochwertige Assam-Liebhaber und Yunnan-Trinker gleichermaßen interessant sein könnte. Und wem Assam-Tee sonst einfach zu stark ist, die feine malzige Note aber sehr zusagt, der kann sich ebenfalls an diesem Tee versuchen. Es ist schön zu sehen, dass es einen Ort in Nepal gibt, der abseits vom Mainstream neue Wege einschlägt. Daher werde ich Jun Chiyabari mit Sicherheit aufmerksamer verfolgen, sie haben übrigens auch einen Twitter und Facebook-Auftritt! Vielen Dank, lieber Henning für diese feine Probe. Wenn auch du dich für diesen Tee interessierst,  findest du ihn im Online-Shop vom Hamburger Teespeicher.

Auch nächste Woche geht es weiter mit einem Nepalesen, nur einen Steinwurf entfernt von Jun Chiyabari.

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Verkostung des Phoenix Dan Cong Premium

Der letzte Dan Cong war ein guter Einstieg ins Thema und nachdem ich mich ein bisschen für den Artikel eingelesen habe, stieg mein Interesse an diesem speziellen Oolong so sehr, dass ich es kaum abwarten konnte, die anderen beiden, die ich hier liegen habe, zu probieren.

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Heute geht es um den Premium Dan Cong, den ich im Blog davor erwähnt habe. Er ist jetzt zwar etwas älter, aber das tut ihm keinen Abbruch. Man kann davon ausgehen, dass er in der luftdichten Verpackung vor sich hinreifte. Es sollten bestimmt an die 2-3 Jahre sein, die er dazugewonnen hat, und diese Charge wird man wohl inzwischen nicht mehr kaufen können. Dafür kann man sich in Kwok Yings Sortiment sicher einen adäquaten Ersatz empfehlen lassen.

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Der Dan Cong Premium verfügt über lange filigrane Blätter mit dezenten Krümmungen


Blatt
Die Blätter scheinen etwas größer zu sein als beim vorherigen Dan Cong. Vor allem sind sie weniger verkrümmt und „nadeliger“, filigraner. Optisch kommt der „Premium-Charakter“ überzeugend rüber. Es kommt Vorfreude auf.

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Das Vorwärmen des Gaiwan

Geruch
Wieder bemerken wir die dunkle Brotkruste und dunkle Schokolade. Die Fruchtnoten sind deutlicher und vielfältiger: Mango, Maracuja, und Multivitaminsaft sind sogar ohne viel Fantasie zu erschnuppern. Im warmen Gaiwan kommen sie sogar noch intensiver zur Geltung, die anderen Aromen verlieren sich jedoch und kommen gegen diese geballte Frucht nicht mehr an.

Zubereitung
Wie zuvor gehe ich intuitiv vor: 5g, 100ml, 90-100°C, kurze Ziehzeiten immer länger werdend.

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Die Farbe des Dan Cong bewegt sich anfangs im Spektrum zwischen Gelb und Gold


Geschmack
Anfangs müssen wir beide feststellen, dass der Geschmack ein bisschen mit Pu Erh gemein hat. Oder ist das nur Einbildung? Was diesen Dan Cong von einem Pu Erh unterscheidet, ist die hervorstechende Süße, die fast schon an Likör erinnert. Auch jetzt kommt die Mango wieder durch. Ein Zitat von Frau P., welches ich Euch nicht vorenthalten möchte: „Irgendwie rieche ich gerade nur Wäsche“.

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Schon beim zweiten Aufguss wird der Premium Dan Cong mineralisch. Das sagt man ja den klassischen Yancha nach, die auf felsigen Böden wachsen. Ein Merkmal, welches auch auf diesen Dan Cong zutreffen könnte.

Die Süße nimmt immer mehr zu und die Frucht ist erstaunlich. So süffig, dass man ihn schon fast als Fruchtsaft verkaufen könnte!

Wir sind jetzt schon beim fünften Aufguss aufwärts und noch immer hat der Tee Ausdauer und Wandlungsfreude. Es zeigen sich die am Anfang wahrgenommenen Schokoladennoten. Ein schöner langer Nachgeschmack lädt zum Verweilen ein. Selbst beim Atmen ist er präsent. Nachher kommen noch Spuren von Passionsfrucht hinzu, was will ich mehr an einem grauen Sonntag?

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Später wandelt sich die Farbe des Dan Cong Premium in Richtung gelb-grün

Mit dem siebten Aufguss wird der Tee süffiger. Der Tee hat uns aufgewärmt, vergessen ist die Kälte des hereingebrochenen Herbstes. Es kommen uns sogar so verrückte Ideen, dass man den Premium Dan Cong auf Eis trinken könnte. Dabei war uns vor unserer kleinen Tee-Auszeit noch ziemlich kalt.

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Die Größe der Blätter wird auch in der Nachlese deutlich

Fazit
Den Zunamen Premium hat sich dieser Dan Cong redlich verdient. Es wurde deutlich, weswegen vor allem die Frucht und Süße ein wesentliches Merkmal dieser Sorte darstellen. Mit Bitterkeit habe ich überhaupt keine Probleme gehabt. Wahrscheinlich ist dies so ein Tee, der jedem schmeckt, es sei denn, der- oder diejenige hat eine Aversion gegen Fruchtnoten wie Mango und Maracuja.

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Einführung in die Eigentümlichkeiten japanischer Keramik

Der Zugang zu japanischer Keramik gestaltet sich für das westliche Auge oft schwierig. Verglichen mit der im Westen dominierenden Ästhetik erscheint besonders traditionelle japanische Keramik auf den ersten Blick rückständig, mangelhaft und unvollkommen. Bezieht man mit ein, dass besonders deformierte Exemplare Höchstpreise von mehreren tausend Euro erzielen können, ist das Unverständnis manchen Betrachters umso größer.

In kurzen Abschnitten werde ich versuchen, die wesentlichen Merkmale dieser besonderen Ästhetik zu erklären.

Ursprung
Einen entscheidenden Einfluss auf die japanische Ästhetik hatte die japanische Teekultur. Wie ich bereits hier ausführlich erzählte, gab es im 16. Jahrhundert eine große Veränderung hinsichtlich der bevorzugten Utensilien in Tee-Zusammenkünften. Einfache bäuerliche Reisschalen aus Korea und sogenannte B-Waren aus China mit besonderen Charakteristika wurden zunächst als Ersatz oder Ergänzung für hochwertige Jian-Teeschalen gewählt. Sie dienten als Türöffner für eine neue und tiefsinnigere Haltung, in der Schlichtheit und Einfachheit gegenüber Perfektion und Eleganz bevorzugt wurden.

Karatsu-Keramik mit typischer weißer Glasur Unterglasur-DekorKaratsu-Keramik mit typischer weißer Glasur Unterglasur-Dekor

Selbst mangelhaft aufgetragene Glasuren, Schäden und asymmetrische Strukturen konnten einem Utensil einen individuellen Charakter verleihen, der von Teemeistern geschätzt wurde. Tee-Utensilien bekamen Namen verliehen, wurden in Tagebüchern festgehalten und skizziert, man erinnerte sich ihrer Einzigartigkeit. Für die Keramik-Hersteller waren diese Haltung und die aufkeimende Popularität der Teekultur der Beginn einer kreativen Auseinandersetzung und Vermarktung regionaler Traditionen.

Shino-Keramik mit zuckergußartiger GlasurShino-Keramik mit zuckergußartiger Glasur

Vielfach wurde versucht, diese Haltung spirituell und religiös zu begründen, in Wahrheit ist die Quellenlage für diese Behauptung sehr dürftig, so dass diese populären Erklärungsversuche konstruiert wirken und in der Wissenschaft entsprechend kritisch bewertet werden.

Ton
Japan ist reich an Tonvorkommen, von Hokkaidô bis Okinawa findet man über das ganze Land verteilt diverse Brennöfen, welche auf regionale Tonvorkommen zurückgreifen. Die Zusammensetzung der Tonsorten ist sehr unterschiedlich und ihre Eigenheiten werden nicht negiert. Ganz im Gegenteil werden gerade die markanten Eigenschaften hervorgehoben, so dass eine Abgrenzung zu anderen Regionen und Stilen leichtfällt. So entstehen viele verschiedene Keramikprofile von hell bis dunkel, von fein- bis grobkörnig. Es gibt eine Vielzahl von Abstufungen der Symmetriegrade, auch kantige Formen können vorkommen.

Auch aus diesem Grund werden in Japan die Keramikstile nach der Region benannt, in der sie gebrannt werden. Tokoname ist im Westen fast ein Synonym für Seitengriffkannen (kyûsu), in Japan ist Tokoname eine Jahrhunderte alte Töpferregion, die neben Alltagskeramiken auch Bonsai-Schalen herstellt. Alle dort gefertigten Keramiken werden ganz allgemein Tokoname-yaki genannt. Das Suffix yaki steht für „Gebranntes“, sinngemäß lautet die Übersetzung ganz einfach Tokoname-Keramik.

Karatsu-Keramik mit grobem Ton
Karatsu-Keramik mit grobem Ton

Trotz der Verbundenheit zur Region hat der japanische Töpfer durch die Auswahl und Zusammensetzung des Tons (z.B. sandig, grobkörnig oder feinkörnig) und die Art der Befeuerung viele Möglichkeiten, eine eigene „Handschrift“ zu entwickeln, die seine Werke von denen anderer Töpfer unterscheidet. Dazu verwenden die meisten Töpfer eine individuelle Signatur, die sie am Boden des Gefäßes in der Nähe des Fußrings hinterlassen.

Karatsu-Keramik mit feinem Ton
Karatsu-Keramik mit feinem Ton
Raku-Keramik mit sehr feinem Ton
Raku-Keramik mit sehr feinem Ton
Glasur
Heutzutage ist die Rezeptur einer Glasur mithilfe der Wissenschaft leichter aufzuschlüsseln und die Vorgänge im Brennofen sind insgesamt nachvollziehbarer. Der Zugang zu Rohstoffen ist grenzenlos und dem experimentierfreudigen Töpfer sind keine Grenzen gesetzt.

 

Jian-Teeschale mit Glasurtropfen
Jian-Teeschale mit Glasurtropfen
Demgegenüber stehen die überdauerten Keramik-Schätze der vergangenen Jahrhunderte. Nicht wenige Keramiker haben feststellen müssen, wie schwierig es trotz moderner Hilfsmittel ist, Repliken herzustellen. Die Schönheit der einfachen Dinge enthält auch immer ein Moment des Zufalls, der sich nur schwer reproduzieren lässt.
Echizen-Keramik mit natürlicher Ascheanflug-GlasurEchizen-Keramik mit natürlicher Ascheanflug-Glasur
Dazu gehört, wie die Glasur zerläuft und Muster bildet. Beim Erstarren der Glasur können sich am unteren Rand Tropfen bilden, die sehr geschätzt werden. Eine besonders reizvolle Gattung ist die natürliche Ascheanflug-Glasur. Holzasche, die aus der Befeuerung entsteht und im Ofen umherwirbelt, setzt sich zufällig auf den Gefäßen ab, schmilzt und zerläuft. Viele dieser Prozesse sind nur schwer zu kalkulieren und nicht direkt steuerbar. Aus diesem Grund gibt es noch immer sehr wertvolle Unikate oder außergewöhnliche Stile, die nicht reproduziert werden konnten.
-Seto (Gelbes Seto) mit gelber Ascheglasur und grünem Dekor
Ki-Seto (Gelbes Seto) mit gelber Ascheglasur und grünem Dekor
Haptik
Wie schon beschrieben, wird dem Ton besondere Beachtung gewidmet. Individuelle Zusammensetzungen ergeben auch immer eine individuelle Haptik. Selbst glasierte Keramiken werden am Boden häufig unglasiert gelassen. Ursprünglich diente dieses Vorgehen dazu, zu verhindern, dass das Werk mit dem Boden verschmilzt. Heute bietet es dem Betrachter die Möglichkeit, hinter die (Glasur-)Fassade zu blicken und sich am Tonkörper zu erfreuen. Dieser kann fein, sandig, grob bis hin zu steinig ausfallen.
Bizen-yaki Chawan
Bizen-yaki Chawan
Form
Im Laufe der Jahrhunderte wurden viele verschiedene Formen kreiert, die in die Tee-Kultur Einzug gehalten haben. Töpfer haben die Wahl, sich Traditionen bzw. existenten Formen anzuschließen oder sie neu zu interpretieren. Ebenfalls ist es möglich, sich von ihnen zu distanzieren und durch eine Abkehr seinen eigenen Stil bzw. eine Botschaft auszudrücken.
Modernes ao-Oribe von Ryuji Hodaka
Modernes ao-Oribe von Ryuji Hodaka
Besonders auffällig und auf den ersten Blick sonderbar sind asymmetrische Strukturen, die ebenfalls haptisch erfahren werden. Ursprünglich wurden diese unbewusst herbeigeführt oder sind während des Brennvorgangs zufällig entstanden. Nicht immer sieht die Asymmetrie gut aus und häufig liegt es auch im Auge des Betrachters, ob er sie als ästhetisch schön empfindet. Die Akzeptanz unvollkommen wirkender Keramiken ist der eigentliche Beginn der tiefgründigen japanischen Ästhetik, die man heute als wabi-sabi (詫び寂び) bezeichnet.
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Preview: Gelber Tee Wuliang Golden Dragon

Über die Verarbeitung des Gelben Tees findet man viele widersprüchliche Informationen im Internet. Und weil es auch verschiedene Gelbe Tees gibt, die sich sowohl in Aussehen als auch in Geschmack und Duft unterscheiden, tendiere ich zu der Meinung, dass es tatsächlich mehrere Verarbeitungsarten gibt, mittels denen man einen Gelben Tee herstellen kann. Streng genommen sind es dann aber verschiedene Kategorien, wie es sie auch bei Grünem Tee gibt (Rösten vs. Dämpfen).

Eine Methode enthält, dass die Blätter (in dem Fall Knospen wie die Silbernadeln) ruhen gelassen werden, wodurch sie ein bisschen oxidieren. Aus diesem Grund verlieren sie ihr frisches Grün und werden gelb. Danach werden sie wie Weißer Tee sofort getrocknet.
Einer anderen Methode zufolge kommt die gelbe Farbe durch das schonende Rösten in Pfannen zustande. Das Rösten wird in China klassischerweise bei der Grünteeherstellung angewandt, um die Oxidationsenzyme zu deaktivieren. Nach welcher Methode dieser Tee verarbeitet wurde, weiß ich leider nicht, aber am Ende kann man vielleicht anhand der Blätter Rückschlüsse ziehen.
Diesen Tee habe ich von einem Tee-Enthusiasten erhalten, der gleichzeitig Tea-Taster einer großen deutschen Tee-Fachgeschäft-Kette ist. Wann und unter welchem Namen der Tee eingeführt wird, ist noch unklar und wird hier ergänzt, sobald es feststeht.
Update 07.12.2014: Der Tee ist unter dem Namen China Wuliang Golden Dragon bei TeeGschwendner zu haben.
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Aussehen
Das obige Foto macht deutlich, weswegen ich mich mit der Kategorie „Gelber Tee“ so schwer tue. Würde man diese Blätter neben einen Yunnan Schwarztee oder diesen Golden Needle legen, müsste man, wenn man denn vom Aussehen der Blätter auf die Kategorie schließen wollte, gerade die letzteren als Gelbe bezeichnen, denn der vorliegende Tee sieht vom Blatt her eher aus wie ein tippy Schwarztee.
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Duft

Die Blätter haben eine feine Würze, riechen „dunkel“ – etwas nach Schokolade mit hohem Kakao-Anteil. Frau P. und ich können uns nicht darauf einigen, was dominiert: Kuchenkruste oder Brotkruste, die vor dem Backen mit Butter bestrichen wurde. Da der Tee zusätzlich sehr süß duftet, tendiere ich zur Kuchenkruste, da ist aber i.d.R. auch Butter mit drin. Der Kniff, zuerst auf die Blätter auszuatmen, bevor man ihren Duft einatmet, wirkt bei diesem Tee besonders gut. Es kommt eine feine Erdbeermarmeladen-Note zum Vorschein, die einem sonst entgehen würde.
Im warmen Gaiwan wird die Brotkruste intensiver, zum Vorschein kommt für mich eine deutliche Honignote, Frau P. hingegen riecht deutlich Artischocken. Zu schade, dass ich zu selten Artischocken in meinem Leben gegessen habe, um mich jetzt an sie zu erinnern.

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Geschmack

Ich entscheide mich für eine intuitive Zubereitungsart im Gaiwan. Der Spender empfahl eine Temperatur von 90°C, daher halte ich mich an diese Vorgabe und lasse, weil ich anständig dosiert habe, nur 60 Sekunden ziehen. Es erschließt sich ein schöner und komplexer Geschmack. Frau P. schmeckt sehr deutlich Artischocken und Erdbeermarmelade, ich denke mehr an die Erdbeermarmelade, meine außerdem noch etwas Malz und Schwarztee-Geschmack wahrzunehmen.
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Danach wird der Tee süßer, neben Malz und Artischocken kommt Honig als weitere Komponente hinzu. Klasse! Danach begehe ich einen Fauxpas, lasse den Tee zu lange ziehen, er wird dadurch zu kräftig. Das war leider nichts, klarer Fall von Anwenderfehler.
Doch der Tee verzeiht es mir, zeigt sich im nächsten Aufguss sogleich von seiner süßen Seite. In einer Blindverkostung würde ich jetzt auf einen Yunnan-Schwarztee tippen, zu deutlich sind die typischen Honig-Aromen. Beim fünften Aufguss denkt Frau P. an Oolong. Mich überrascht die Würze und Kraft. Der letzte Aufguss hinterlässt einen ungewöhlichen Eindruck aus Gebäck und Pommes Frites. Das mag sich komisch anhören, schmeckt aber wirklich lecker.
Es gab noch einen dritten Genießer in dieser Runde. Er fragte sich während der gesamten Zeit, wovon wir beide eigentlich reden und konnte die Eindrücke überhaupt nicht nachvollziehen 😉
Rückschlüsse
Betrachtet man die aufgebrühten Blätter, fallen einem die braunen Oxidationsspuren gleich auf. Man kennt sie von Oolong und modernen „Schwarztees“ wie Darjeeling. Ich lehne mich vermutlich nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass dieser Tee eher nach der kurzen Oxidationsmethode hergestellt wurde.
Edit 14.04.2014: Der Rückschluss ist wohl falsch. Ich habe mich nochmals vergewissert und mir wurde bestätigt, dass es sich bei diesem Tee um einen Gelben der ersten Machart handelt. Die Verfärbungen und das dunkle Blatt sollen durch einen schonenden Backprozess entstanden sein. Man lernt also nie aus!
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Fazit
Dieser Gelbe Tee hat auf ganzer Linie überzeugt und ich bin froh, dass ich schon vor der offiziellen Aufnahme einen Blick auf diesen Tee werfen durfte. Extrapunkte erhält er für seine Komplexität in Geschmack und Duft. Wenn ich den dritten Aufguss nicht vermasselt hätte, dann wären locker sieben bis acht Aufgüsse möglich gewesen, was ich sehr ordentlich finde. Gerne wieder!

Wieder ein Pu Erh: Menghai Dayi 7542 aus dem Jahr 2007

Auf meiner Pu Erh-Reise mache ich heute Halt bei einem Klassiker unter den Pu Erhs, einem Tee aus dem renommierten Hause Menghai Tea Factory 孟海茶厂. Wie der letzte stammt auch dieser Pu Erh von einer der zahlreichen Probenaktionen von Chenshi Chinatee, die ich jetzt nach und nach verkosten darf. Vor einiger Zeit wurden im Teetalk-Forum Anfängern wie mir zwei weitere Pu Erh aus diesem Hause nahegelegt, weil diese „einfach nur schmeckten“ und man nicht viel verkehrt machen könne. Auch dieser Pu Erh scheint in dieses Schema zu passen, denn Chris schreibt dazu:

Der Menghai Dayi 7542 ist ein Klassiker unter den Plantagen Pu-erh Tees. Blattgröße und Blattgrad sind eher mittelmäßig, hier und dort sind auch ein paar Spitzen dabei. Trotzdem betrachten nicht wenige Experten den Menghai Dayi 7542, egal welchen Jahrgangs, als Maßstab für guten sheng Pu-erh Tee mit dem sich erst einmal andere messen müssen. Im Aroma ist er knackig, süß, kräftig, langanhaltend und irgendwie vertraut (Quelle).

Über Menghai Dayi gibt es bei Chris einiges Interessantes zu lesen und er erklärt auch, was es mit den verschiedenen Nummern der Pu Erh-Fladen auf sich hat. Daher begnüge ich mich an dieser Stelle damit, die gut auf den Punkt gebrachten Informationen interessierten Lesern zu empfehlen.
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Blatt
Aus dem Fladen lässt sich dieses Stück relativ einfach lösen. Die Blätter sind eher klein, hier und da blitzen einige helle Tips auf.
Geruch
Der Geruch ist unerwartet süß. So einen süßen Duft habe ich bei Pu Erh noch nie vernommen. Er liegt schwer in der Nase und lässt mich an Honig denken. Ist das wirklich Pu Erh? Bisher dachte ich immer, dass Pu Erh nach allem riecht, nur nicht nach genießbaren Lebensmitteln.
Im warmen Gaiwan wird die intensive Süße ergänzt durch einen mentholartigen Geruch, wie man ihn von Erkältungssalben kennt. Ein bisschen Kraut ist vielleicht auch dabei, aber eher dezent im Hintergrund.
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Geschmack
Der erste Aufguss ist noch sehr zahm, mittelsüß und der oben beschriebene Duft ist beim Trinken sehr präsent, erinnert zudem an ätherische Öle. Der nächste Gang ist schon fruchtiger und süßer, hat auch mehr Körper zu bieten. Gut so!
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Beim dritten Aufguss meine ich, eine frische und belebende Wirkung zu spüren. Vielleicht liegt es an der fruchtigen Säure? Danach lasse ich den 7542 ein bisschen zu lange ziehen, denn er wird herber, es zeigt sich eine hartnäckige Adstringenz, die einen interessanten Effekt im Rachen auslöst: Süße!
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Die Süße nimmt bei den folgenden Aufgüssen zu, sowohl im Rachen als auch im Mundraum. Danach (7.) entwickelt sich ein zedernartiges Aroma, auf der Zunge macht sich eine gewisse Kühle bemerkbar. Doch schon beim nächsten Aufguss ist diese wieder weg, es kribbelt am Gaumen und ich muss an Ingwer denken. Nein, das trifft es nicht ganz, es ist eher Ginger Ale, ja, genau!
Drei Aufgüsse mache ich noch, jeweils mit längeren Ziehzeiten. Ich zähle nicht mal mehr, gehe nur noch intuitiv vor. Wenn man an diesem Punkt angekommen ist, kann man bei so pflegeleichten Tees nichts mehr falsch machen (oder doch?). Geschmacklich hält sich die Assoziation zu Ginger Ale, Salatgurke verdrängt diesen Eindruck aber von Aufguss zu Aufguss, bis beim elften endgültig Schluss ist.
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Fazit
Ein wirklich guter Tee, der vom ersten Aufguss an schmeckt. Besonders finde ich an diesem Pu Erh, dass er weder Tabak noch Rauch aufweist. Ein großes Plus für mich! Andererseits verstehe ich auch, dass Pu Erhs aus diesem Hause unseren Hardcore-Freunden nicht abwechslungsreich genug sind. Ja, der Tee war einfach nur lecker, aber andererseits auch wenig herausfordernd bzw. nicht so viele Assoziationen weckend wie man es vielleicht von anderen Vertretern kennt. Wem es um puren Genuss geht und wer zunächst einen geschmacklichen Einstieg in die Pu Erh-Welt finden möchte, dem könnte vielleicht dieser Menghai Dayi 7542 eben jenen ermöglichen.

Yunnan Golden Buds – ein goldener Schwarztee aus China

Wenn man online im Sortiment von Fachgeschäften stöbert, dann findet man häufig Fotos, bei denen man sich fragt, ob da nicht etwas mit der Bildbearbeitung nachgeholfen wurde. Nicht, dass ich es den Betreibern vom Teespeicher zutrauen würde, aber dieser Gedanke kam mir unweigerlich, als ich das Foto dieses „Schwarztees“ sah. Nun habe ich mir ein bisschen dieses trinkbaren Goldes gesichert und kann bestätigen, dass die Farbe in „Real Life-Grafik“ noch viel goldener ist als auf dem Foto.

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Diese Spezialität aus Yunnan erinnert unweigerlich an Weißen und Gelben Tee. Weißer Tee aus noch ungeöffneten Blattknospen ist blassgrün und wirkt leicht silbern, weil die Härchen der jungen Knospe weiß sind. Daher werden sie auch Silbernadeln (Yin Zhen) genannt. Eine gelbe Variante dieser Sorte gibt es auch, die Silbernadeln werden dabei reguliert erhitzt, so dass sie sich gelb färben. Die vorliegende Variante hingegen wird oxidiert, ältere Blätter würden schwarz werden, aber junge Knospen haben es an sich, dass sie hell bleiben, je nach Kultivar können sie gold oder silbrig-grün ausfallen, obwohl sie oxidiert sind. Dies kennt man vor allem aus Assam- und Darjeeling-Gärten, weswegen auch die traditionelle Einordnung in Blattgrade wie „Tippy Golden Flowery Orange Pekoe“, kurz TGFOP, auf dieses Merkmal eingeht.

Ein Tee, der nur aus Knospen besteht, ist mühsam herzustellen, da dafür logischerweise nur Knospen gepflückt werden dürfen. Das ist nicht besonders ergiebig und erklärt gleichzeitig den höheren Preis. Ich entschließe mich, diesen Tee unkonventionell zuzubereiten. 2,5g auf ca. 120ml Wasser mit folgenden Ziehzeiten: 30/10/30/60/120/120

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Duft
Die Blätter duften süßlich, leicht malzig. Wenn man mit der Nase auf die Blätter ausatmet und gleich wieder einatmet, erhält man einen intensiveren Duft mit mehr Würze, vielleicht etwas Honig und ein bisschen Leder.
Im warmen Gaiwan ist der süße Duft sehr schwer, diese Intensität lässt mich an Vanille und Moschus denken.

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Geschmack
Der erste Aufguss ist zunächst leicht, die Süße wirkt malzig, eine leichte Parallele zu Assam-Tees. Trotz der Leichtigkeit entwickeln die Knospen genug Körper und erzeugen ein rundes Mundgefühl.
Der zweite Aufguss ist süßer und fruchtiger, kurz muss ich an Mango denken, das trifft es aber nicht ganz. Honig ist hingegen viel passender. Ein dunkler und sehr aromatisch-würziger Waldhonig, den wir von einem Imker auf einem Wochenmarkt gekauft haben, hatte ebenfalls dieses gewisse Aroma. Das schmeckt!

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Auch danach bleibt der Geschmack stabil, wobei die Süße etwas abfällt. Beim vierten wandelt sich der Geschmack und die Golden Buds zeigen sich von ihrer Schokoladenseite, sie schmecken eindeutig nach Kakao und hinterlassen ein samtiges Gefühl auf der Zunge.

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Die längeren Ziehzeiten tun ihm jetzt gut, er wird zwar süffiger und leichter, aber trotzdem ist der Aufguss lohnend. Waldhonig und Kakao wechseln sich ab, die Süße ist wieder da, intensiver als vorher. Interessant ist auch, dass der Aufguss (wie für einen Schwarztee typisch) recht dunkel ist. Denkt man gar nicht beim Anblick der hellen Blätter. Der letzte Aufguss schmeckt immer noch gut, ist jedoch nicht mehr so vielschichtig wie vorher. Der Honig ist nun weg, aber die Schokolade ist noch da.

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Fazit
Ich gestehe, dass ich dem Tee nicht so viel Ausdauer zugetraut habe. Der Duft hat schon angedeutet, dass es sich geschmacklich lohnen wird, aber ich kenne nicht viele Schwarztees, die derart viele Aufgüsse mitmachen würden. Wer malzige Assam-Tees mag, sollte einen Blick nach Yunnan wagen. Vielleicht lässt sich dort der ein oder andere Schatz entdecken. Zu kaufen gibt es den Tee hier.

Longsheng Yiwu 2006

Der nächste Pu Erh auf meiner privaten Teereise ist einer aus dem Sortiment von Chenshi Chinatee. Chris ist der etwas andere Teehändler, der aufgrund seines Sinologie-Studiums und seiner chinesischen Frau gute Beziehungen zu Chinas Teewelt pflegt und immer wieder Schätze aus Fernost mitbringt. Auf Teetalk kennt man vor allem seine Sample-Aktionen, mit denen er die Mitglieder glücklich macht. Fünf waren es an der Zahl, ich habe jedes Mal mitgemacht, nur probiert habe ich die Pu Erhs selten, da mir die Zeit dazu fehlte.

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Meine neue Pu Erh-Tasse, die von der Größe perfekt zum Mini-Gaiwan passt
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Ich mag die raue und grobkörnige Oberfläche besonders gern

Heute schafft es aber der Longsheng aus Yiwu in die Tasse. Das Besondere an diesem Tee ist, dass er wunderschöne intakte Blätter hat und diese auch noch von ausgewachsenen Bäumen stammen sollen.

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Die Blätter lassen sich zum Glück leicht aus dem Bing lösen 
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Blatt
Man sieht viele schöne intakte Blätter und mag sie gar nicht voneinander trennen. Es sieht einfach zu schön aus, wie sie da ineinander verschlungen ein komplexes Ganzes ergeben. Dennoch muss ich da durch und schaffe es, einige Blätter ohne viel Bruch zu lösen.

Geruch
Der Longsheng hat einen sehr schweren und süßlichen Duft, der sich deutlich von den anderen zuvor verkosteten Pu Erh abhebt. Ist das darauf zurückzuführen, dass die Blätter von alten Bäumen sind? Liegt es an dem etwas höheren Alter? Oder doch die Lagerung? Zu viele Fragen und keine Antworten. Jedenfalls riechen sie auch etwas nach getrockneten Früchten (Pfirsich?) und etwas Leder. Im warmen Gaiwan nimmt der Pfirsich zu. Es ist auch etwas Tabak dabei, aber sehr dezent, was mir gefällt. Nach dem ersten Waschen riechen die Blätter etwas krautiger.

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Geschmack
Der erste Schluck beruhigt mich ungemein. Kein Tabak, kein Rauch, es kann also losgehen. Zum ersten Mal merke ich so etwas wie Menthol. Im Rachen bildet sich eine angenehme Kühle. Dazu ist der Aufguss leicht süß.

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Der zweite Aufguss hat mehr Körper und auch mehr Menthol. Danach wird es etwas krautiger mit Anklängen von Pfeffer. Das ist tatsächlich genießbar. Gefällt mir gut bis hier.

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Der kühlende Effekt im Rachen ist wirklich interessant. Fast spannender als der Tee, obwohl sich das jetzt etwas fies anhört. Auch beim fünften komme ich nicht aus dem Staunen heraus. Liegt das an den alten Bäumen, dass dieser Menthol-Effekt so stark ist?

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Der sechste Aufguss ist schön süß und hat wieder mehr Körper. Das kommt daher, dass ich ihn etwas länger ziehen lassen habe. Der Pfirsich kommt jetzt auch im Geschmack gut durch. Es geht weiter, der Longsheng ist dabei recht stabil im Geschmacksprofil. Einige Ausreißer gibt es aber doch. Beim zehnten notiere ich Stachelbeeren. Lecker! Danach wird es wieder krautiger (11.) und es kommt erstmals Sauerampfer mit etwas Leder (12.) durch. Danach ist aber Schluss.

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Fazit
Ich habe schon komplexere Pu Erh getrunken, aber noch keinen, der eine solche kühlende Wirkung im Mundraum hatte, Viel habe ich darüber gelesen, aber noch nie selbst erlebt! Auch im Geschmack habe ich nichts gefunden, was mich stört. Im Gegenteil, ich fand den Tee von Beginn an sehr angenehm. Etwas erstaunt bin ich von dem Preis, das hört sich nach einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis an. Wer sich für den Longsheng interessiert, findet ihn hier. Das ist also Pu Erh Nr. 3, der mir richtig gut gefällt. Mal sehen, was als Nächstes in die Tasse kommt.

Pu Erh: Mangfei 2008

Wie Ihr sicherlich schon mitbekommen habt, fällt es mir etwas schwer, mich mit Pu Erh anzufreunden. Letzte Woche war ich in Meckenheim bzw. Bonn und konnte die Gelegenheit nutzen, mich mit Gero zu treffen. Eine Verkettung ungünstiger Umstände führte dazu, dass wir weniger Zeit hatten als wir wollten, aber es reichte, um zwei Pu Erh zu trinken. Während der alte mir sehr gut schmeckte, hatte ich mit dem jungen Burschen vom letzten Jahr mal wieder so meine Schwierigkeiten. Ich habe daraus geschlussfolgert, dass es in der Pu Erh-Welt ganz einfach Tees gibt, die mir nicht gefallen. Es liegt jetzt an mir, systematisch vorzugehen und mehr über Pu Erh zu lernen, um dann eines Tages die Pu Erh zu finden, die ich wirklich trinken mag.

In den kommenden Wochen werde ich daher meine Pu Erh-Proben verkosten, die ich in den letzten zwei Jahren gesammelt habe. Heute beginne ich mit dem Mangfei 2008, es ist eine Probe von Bannacha. Von William hat mir ja bereits ein Jingmai sehr gut geschmeckt, vielleicht auch dieser hier, zumal er von William als guter Einstieg in die Pu Erh-Welt empfohlen wird. Wer an anderen Meinungen interessiert ist, findet bei Teetalk z.B. Geros Verkostungsbericht.
Die Blätter kommen aus dem Kreis Yongde vom Berg Mangfei. Verglichen mit dem Jingmai liegt dieser Ort also viel nördlicher. Ich denke aber nicht, dass ich anhand dieser Probe schon etwas über regionale Unterschiede sagen kann. Außerdem ist dieser Tee mit 5 Jahren auch nicht mehr der Jüngste und daher auch nicht direkt mit dem Jingmai von 2010 vergleichbar, den ich bereits verkostet habe.
Dosierung 
3g auf 60ml heißes Wasser, anfangs gieße ich den Tee sofort ab, später verlängere ich die Ziehzeiten intuitiv.
Blatt
Die trockenen Blätter haben eine dunkle Farbe angenommen. Hier und da leuchten goldene Tips auf. Da diese Probe überwiegend aus losen Blättern besteht, suche ich mir die gröbsten heraus, um Blattbruch zu vermeiden, die mir den Tee vielleicht verderben könnten.
Geruch
Trocken riechen die Blätter kaum. Ein bisschen Tabak, ein bisschen Fruchtsaft (aber welcher?). Im warmen Gaiwan wird es etwas deutlicher, es sind getrocknete oder geräucherte Tomaten. Es riecht auch etwas krautig und zum Glück nur wenig nach Rauch.
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Geschmack
Meine Skepsis wurde gleich mit dem ersten Schluck weggespült. Was ist das für eine krautige Süße? Für einen kurzen Moment meine ich noch Vanille zu schmecken, aber nicht das aufdringliche Vanillin. Diese Süße!
Der nächste Aufguss wird nun würziger und hat etwas mehr Säure, mir fallen aber keine Assoziationen ein.
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Beim Dritten kommt wieder die Süße hervor und ich finde Parallelen zum Honig. Nicht, dass er nach Honig schmeckt, aber es gibt da eine Gemeinsamkeit. Die Substanz erinnert an Likör, sie ist im ganzen Mund zu spüren.
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Danach wird er etwas spritziger, die Säure gleicht Sauerampfer, lässt mich danach an Sekt denken.
Selbst beim sechsten Aufguss ist die Süße noch da, sie wird vielleicht auch wegen der längeren Ziehzeiten etwas intensiver und bleibt im Mund lange erhalten.
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Nummer acht hat etwas von der Frische grüner Äpfel und wirkt leicht scharf (vielleicht Chilli?).
Der Neunte wird spannend. Er erinnert mich an einen ungewöhnlichen Longdrink, den ich vor Jahren getrunken habe. Der bestand hauptsächlich aus frischen Gurken und Ginger Ale.
Bis zum elften Aufguss dominiert Ginger Ale, ich meine sogar die würzige Schärfe des Ingwers zu spüren.
Es wird immer süßer und die Würze bzw. Fruchtigkeit des Ingwers begleiten mich bis zum 14. Aufguss. Ich könnte vielleicht noch weitermachen, wenn ich die Ziehzeiten auf über fünf Minuten erhöhe, aber ich kann nicht mehr. Zum Glück habe ich den Mini-Gaiwan von Stéphane, sonst hätte ich schon viel früher abbrechen müssen.
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Fazit
Fünf Jahre reichen nicht aus, um eine Spur Gemeinsamkeit mit einem 1990er Pu Erh aufzuweisen. Die Süße des Mangfei hat mir sehr gefallen. Er hätte zwar etwas komplexer sein können, vielleicht liegt das aber auch an mir, da ich sensorisch auf diesem Gebiet noch nicht besonders geschult bin. Es bleibt aber festzuhalten, dass mir dieser Tee wirklich geschmeckt hat, ich kann mir daher sehr gut vorstellen, weitere Vertreter dieser Region zu probieren. Von den jüngeren Pu Erh gefallen mir bisher also ein Jingmai und ein Mangfei.

Tee auf Reisen: Silver Sprout Hecheng Extra Fine Bio

Einer der vielen Gründe, weswegen ich Frau P. geheiratet habe, ist, dass sie meine Teeleidenschaft teilt toleriert duldet. Das geht sogar so weit, dass sie die Ausflüge in die Natur mitmacht, um mit mir zusammen Tee zu trinken, obwohl sie zu Tee ein viel distanzierteres Verhältnis als ich unterhält. Vor einigen Wochen ging es nicht in die Natur, aber dafür an die polnische Ostsee und ein Teil des Gepäcks bildeten ausgewählte Teeproben und ein bisschen Teegeschirr.Letzteres hat Nachwuchs erhalten. Beim regelmäßigen Stöbern in Online-Shops ist mir eines Tages eine Gaiwan aufgefallen, die mich sofort ansprach: „Kauf mich, ich bin eine glückverheißende Gaiwan. Gefalle ich dir? Ich weiß, dass du mich willst!“. Anfangs zögerte ich, so schnell lasse ich mich nämlich nicht herumkriegen, aber diese Gaiwan blieb mir im Gedächtnis, weil sie so schöne Rundungen und Einkerbungen hat, die an einen Kürbis oder an eine Sonnenblume von oben erinnert. Außerdem hatte ich schon zwei kleine Tassen, die nach diesem Design gefertigt wurden, ein Zeichen? Es kam wie es kommen musste: in den Wochen darauf prüfte ich immer wieder mal, ob es diese oder ähnliche Gaiwan immer noch gibt. Eines Tages stellte ich entsetzt fest, dass sie bei einigen Händlern scheinbar aus dem Sortiment genommen wurde. Nur noch wenige Händler hatten davon ein Exemplar, aber nicht immer in der gewünschten Farbe – es gibt sie nämlich noch in weiß – oder zu einem angemessenen Preis. Ich fand noch einen letzten Shop auf Ebay, bei dem die Farbe und der Preis stimmten und erhielt von Frau P., die damals noch Frau S. hieß, das Einverständnis zuzuschlagen. Und dafür bin ich ihr sehr dankbar, denn mit dieser Gaiwan umzugehen, macht richtig Spaß. Es handelt sich dabei um Steinzeug mit einer Seladon-Glasur. Die Kanten des Deckels sind abgeschliffen, so dass der Scherben hervortritt – beim Aufsetzen des Deckels auf das offene Gefäß entsteht ein schönes Geräusch, welches viel tiefer ist als bei Porzellan, wie wenn Steinmühlen etwas Feines zermahlen würden. Sie ist auch viel schwerer als meine Porzellan-Gaiwan und hat bei kurzen Aufgüssen den Vorteil, dass sie die Temperatur des Wasser nicht so schnell annimmt. Zusammen mit den bereits vorhandenen Bechern ergibt sie ein schönes Set, welches ich bei unserer Reise eingeweiht habe.

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Der für diesen Anlass ausgewählte Tee ist vom Hamburger Teespeicher, den mir Frau P. als Teil eines Probenpakets geschenkt hat. Die Zubereitung erfolgte intuitiv, wir waren schließlich im Urlaub.

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Aussehen
Die drahtigen Blätter sind relativ hell. Statt eines satten Grüns geht der Farbton schon fast ins Blaue über. Es ist wenig Bruch in der Tüte und das Blattgut macht den Eindruck, dass mit Sorgfalt gearbeitet wurde.

Geruch
Im trockenen Zustand ist nur ein zarter Duft zu vernehmen. Leichte Süße, die an gewöhnliche Blüten erinnert. In der warmen Gaiwan ändert sich der Geruch und wird herzhafter. Erstaunlich finde ich, dass er an Sencha erinnert, zumindest rieche ich eine Spur Alge. Im nassen Zustand wiederum wandelt sich der Geruch ein weiteres Mal. Ist das Aprikose?

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Geschmack
Der erste Aufguss öffnet die Blätter nur langsam. Im Mund schmeckt er angenehm süß und enthält auch etwas Umami. Das ist die zweite Gemeinsamkeit zu einem Sencha. Dass auch chinesische Grüntees Umami enthalten können, habe ich bei einem hochwertigen Long Jing bereits festgestellt. Ist das ein Anzeichen dafür, dass auch bei diesem hochwertige Blätter verarbeitet wurden? Nach dem Schlucken bleibt ein angenehmer Nachgeschmack zurück, den ich mit Sonnenblumenkernen verbinde. Die habe ich als Kind des Öfteren gegessen, wenn ich in Polen die Sommerferien bei meinen Großeltern verbrachte.

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Der zweite Aufguss ist leider etwas zu kurz gezogen, um einen vollen Geschmack zu entfalten, schmeckt bei den warmen Temperaturen dennoch angenehm mild. Ein schöner Sommertee! Im Abgang verschwinden die Sonnenblumenkerne und machen Platz für Mandeln. Der nächste Gang darf wieder länger ziehen. Der Tee bedankt sich für die richtige Behandlung mit gestiegener Würze und vollerem Körper. Es steckte sogar noch etwas Umami in den Blättern.

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Das Grün der Blätter passt sehr gut zu der Farbe der Seladon-Glasur
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Die Blätter erinnern mich an feine Silbernadeln bzw. Yin Zhen
Fazit
Der Tee hat mir sehr gut geschmeckt und mich ob seines Umami-Geschmacks überrascht. Für mich ist das ein guter Kandidat für den Sommer, weil er nicht so schwer und komplex ist. Komplexe Tees neigen dazu, mich zu überfordern. Es gibt aber auch Situationen, in denen man den Tee „nur“ nebenbei trinken möchte, den Wohlgeschmack einfach nur genießen mag.  Den Silver Sprout trinke ich gerne ein zweites Mal.

Anhui Huangshan Maofeng Yun Wu

Im letzten Blog habe ich ja berichtet, dass ich einen Ausflug ins Freie gemacht habe, um Tee zu trinken. Was ich verschwiegen habe, ist allerdings, dass ich noch einen weiteren Tee an diesem Tag zubereitet habe: Anhui Huangshan Maofeng Yun Wu Premium. Es ist ein Teil meines Geburtstagsgeschenks, denn Frau S. hat mir ein umfangreiches Paket mit exklusiven Teeproben geschenkt. Da ich aber seit Januar von (und für) Prüfung zu Prüfung lebe, mache ich mir selten die Mühe, Teeproben zu probieren. Der Grund dafür ist, dass man mit einer überschaubaren Menge vorsichtig umgehen muss. Wenn man den Tee falsch zubereitet, bleiben einem ja nur noch ein bis zwei Versuche, es besser zu machen. Und ob man den Tee dann noch (fair) beurteilen kann? Eine kleine Menge ist also auch immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Bei diesem Tee ging es aber gut. Meine Shiboridashi hat ein Volumen von nur 100ml, daher brauche ich keine Unmengen.
Größere Kartenansicht Der Name des Tees verrät sogleich seine Herkunft. Es sind die Gelben Berge (Huangshan 黄山) der Provinz Anhui – eine der bekanntesten Natursehenswürdigkeiten Chinas. Ihr Anblick soll so unglaublich sein, dass man sagt, man müsse nach den Gelben Bergen keine weiteren mehr gesehen haben. Die Bezeichnung Yun Wu (Wolken und Nebel 云雾) spielt wohl auf die in der Höhe übliche Wolkenbildung an und lässt vermuten, dass die Teefelder nicht selten vom Nebel eingehüllt sind.

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Copyright: Arne Hückelheim

Wer mit dem Gedanken spielt, eine Reise dorthin zu unternehmen, sollte dafür beten, dass die Berge sich nicht hinter einem Nebelschleier verstecken. Das ist leider keine Seltenheit.

Legende
In China scheint jede prominente Teesorte eine oder mehrere Legenden hervorgebracht zu haben. So auch der Huangshan Maofeng, der seit Mitte der Ming-Dynastie (1368-1644) produziert wird. Ein junger Gelehrter soll sich in eine junge Frau verliebt haben und sie wurden ein Paar. Ein Großgrundbesitzer aus der Gegend hat die Frau beim Teepflücken gesehen und wollte sie für sich selbst haben. Weil er sehr wohlhabend und einflussreich war, konnte er die Eltern der jungen Frau dazu zwingen, dass sie ihre Tochter an ihn verheirateten. Aber einen Tag vor der Hochzeit, schlich sich die angehende Braut aus dem Haus und floh zu ihrem Geliebten. Bei seiner Behausung angekommen, musste sie feststellen, dass der Großgrundbesitzer den jungen Gelehrten ermorden ließ. So ging sie zu seinem Grab und weinte vor Trauer. Sie weinte so lange, bis sie schließlich selbst zum Regen wurde. Der Leichnam des jungen Gelehrten wurde hingegen zu einem Teebaum.

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Aussehen
Die Blätter sind länglich und sehen ein bisschen aus wie die berühmten Silbernadeln oder auch Yin Zhen, nur etwas schmaler und nicht ganz so dick. Diese Form wird von Chinesen auch Spatzenzunge genannt und mit etwas Fantasie verstehe ich diese Allegorie. Feine Silberhärchen umgeben die Blätter, es ist wenig Blattbruch in der Tüte, das soll auch so bleiben und veranlasst mich zu vorsichtiger Handhabung. Nach Angaben des Teespeichers wurden im April letzten Jahres nur die Knospe und das erste Blatt gepflückt. Auf den ersten Blick scheint es zu stimmen und es ist ein typisches Merkmal des Huangshan Maofeng.

Duft
Der Duft des Blattes erinnert mich sofort etwas an Yin Zhen. Diese Verbindung fällt mir aber erst im Nachhinein ein. Mit Frau S. rätselte ich über die Begrifflichkeiten und wir konnten uns auf süßen Heuboden einigen. Wer durfte schon mal auf einem Heuboden eines Bauernhofs schlafen? Wer damit angenehme Erinnerungen verbindet, sollte versuchen daran zu denken. Frau S. meint im positiven Sinne noch etwas vom Kuhstall zu riechen, aber diesen Eindruck kann ich nicht teilen. Während Frau S. noch an Tigerbalm denkt, stelle ich fest, dass Salbei in die Nase steigt! Salbei! Mmmmh!

Zubereitung
Den Tee habe ich ganz intuitiv zubereitet, habe weder besonders auf Wassertemperatur noch auf die exakte Blattmenge geachtet.

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Geschmack
Der erste Aufguss hat noch wenig Körper, weil er etwas zu kurz gezogen hat. Er schmeckt trotzdem dezent süß und der Salbei-Duft findet sich auch im Geschmack wieder. Der Heuboden steigt während des Trinkens in die Nase. Nicht schlecht für den Anfang, aber da muss noch mehr kommen. Übrigens: wem Assoziationen wie Kuhstall und Heuboden merkwürdig erscheinen, sollte sich mal Geros Blog durchlesen. Er ist zwar auf Englisch, enthält aber eine Stelle, die man gelesen haben muss!

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Im zweiten Aufguss sind viel mehr Säuren enthalten und der Körper hat auch zugenommen. Der Tee ist jetzt viel fruchtiger bei gleichbleibender Süße und ergibt eine angenehme Mischung aus Bergpfirsichen und Salbei. Die Bergpfirsiche stechen beim dritten Aufguss besonders hervor, da sämtliche andere Eigenschaften zurückgetreten sind.

Blatt
Die aufgebrühten Blätter bestätigen die vom Teespeicher beschriebene Pflückung. Man kann die Knospe und das dazugehörige Blatt sehr gut erkennen. Mit solchen Blättern kann ein Tee auch optisch vergnügen!

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Fazit
Ein junger und eher leichter Tee, bei dem man nicht viel falsch machen kann. Er lässt sich sehr einfach zubereiten und verzeiht auch eine nicht ganz so pingelige Zubereitungsweise. Mir hat der Salbeigeschmack besonders gut gefallen. Gleichzeitig war ich überrascht, dass solche Aromen bei einem Tee möglich sind.